Zum Thema "Kreisstrukturreform hatte der Fußballkreis Herne die Vereine zu einer Informationsveranstaltung mit Vertretern des Verbandes am 20.04.2026 ins Vereinsheim des FC Frohlinde eingeladen.
Als Vertreter des Verbandes nahmen der Präsident des FLVW Manfred Schnieders und der Direktor des FLVW Thomas Berndsen an der Veranstaltung teil. Der Vorstand des Fußballkreises Hene war ebenfalls in kompletter Besetzung anwesend.
Nach der Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden Reinhold Spohn erläuterte der Präsident des FLVW Manfred Schnieders zunächst die Gründe für die geplante Änderung der Strukturen im Verband. Hierbei war ein Thema die Sicherung des Spielbetriebes für die Zukunft. Die Zahlen seinen insgesamt in fast allen Kreisen rückläufig. Dies trifft auch auf den Kreis Herne zu. Weiterhin wurde von Problemen berichtet, dass es in vielen Kreisen Probleme gibt, die ehrenamtlichen Positionen zu besetzen. Oft hätte eine Person gleich mehrere Ämter, um alle Positionen besetzen zu können. Dies trifft für den Kreis Herne jedoch nicht zu.
Obwohl es nicht als einer der Hauptgründe für die Strukturreform und der damit einhergehenden Auflösung des Kreises Herne genannt wurde, kam doch unterschwellig immer das Thema der möglichen finanziellen Einsparungen in die Diskussion.
Nach den Erläuterungen des FLVW Präsidenten hatten die Vereine die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Zunächst wurde bemängelt, dass die Vereine nur spät über die geplanten Änderungen informiert wurde. Eine Auflösung des Fußballkreises Herne wurde, insbesondere im Hinblick darauf, dass dann die Entfernungen größer werden, kritisch gesehen. Besonders im Jugendbereich bestehen heute schon arge Probleme die Kinder zu den Auswärtsspielen zu bekommen. Da es einen sehr guten öffentlichen Nahverkehr (HCR) zwischen Herne und Castrop-Rauxel wären die Fahrten zu den Spielen noch einigermaßen gut zu bewältigen. Die Verbindungen in die Nachbarstädte Recklinghausen und Gelsenkirchen werfen dagegen schon große Probleme auf.
Auf Veränderung bei den Teilnehmern stieß auch die Tatsache, dass man die Vorgaben dafür, wann Kreise geschlossen werden sollen, nur an den Seniorenbereich gekoppelt hat. Die Jugend, die ja zahlenmäßig wesentlich stärker ist als der Seniorenbereich, wurde außeracht gelassen. Auch die guten Strukturen, die gerade im Kreis Herne herrschen, wurden nicht berücksichtigt. Auch die Tatsache, dass es für den kommenden Schiedsrichterlehrgang über 30 Teilnehmer gibt, verdankt man den guten Strukturen und den guten Kontakten zu den Vereinen.
In vielen Dingen ist der Kreis Herne besser aufgestellt, auch als mancher der sogenannten großen Kreise. Diese Strukturen würden durch eine Auflösung kaputtgemacht.
Immer wieder wurden die Entfernungen als Problem genannt. Hier kam von den Verbandsvertretern der Einwand, dass man ja in den bisherigen Strukturen weiterhin den Spielbetrieb durchführen könnte. Nur dürfte jedem klar sein, dass diese Strukturen auf Dauer keinen Bestand mehr haben werden. Besonders dann, wenn wie geplant, auch die Anzahl der Bezirksligen verkleinert werden soll. Dadurch würde sich auch die Anzahl der Aufsteiger verringert. Da bedeutet, dass auch die Anzahl der Kreisligen A reduziert werden müsste.
Natürlich kam während der Diskussion auch das Thema der stark erhöhten Verbandsabgaben zur Sprache. zur Zeit die Preise in allen Bereichen stark angestiegen sind, können sich viele Familien den Vereinsbeitrag kaum noch leisten. Ein großes Problem sind, wie bereits genannt, die Fahrten zu den Auswärtsspielen. Abgesehen von den jüngsten Jahrgängen, gibt es in den älteren Jahrgängen nur noch wenige Eltern, die noch mit zu den Auswärtsspielen fahren. Oft sind es immer dieselben Elternteile, die den Fahrdienst übernehmen.
Die Entscheidung darüber, wie es mit der geplanten Kreisstrukturreform weitergeht wird auf der Ständigen Konferenz, bestehend aus den 29 Kreisvorsitzenden und dem Präsidium, im September 2026 beschlossen. Zur Umsetzung der Reform müssen 2/3 der Stimmberechtigen dafür stimmen. Sollte die Mehrheit nicht zustande kommen, so bleibt es zunächst bei der bisherigen Struktur. Das würde bedeuten, der Kreis Herne bleibt in der bisherigen Form bestehen.
Auch wenn nur 23 Vereine, davon drei Vereine aus der Leichtathletik vertreten waren, so war das Votum doch eindeutig, welches dem Kreisvorstand mit auf den Weg gegeben wurde. Auf der Ständigen Konferenz in September 2026 wird der Kreis Herne gegen die Reform stimmen. Dabei muss er natürlich darauf hoffen, dass es genügend weiter Kreise gibt, die gegen die Reform stimmen.
Sobald die Entscheidung gefallen ist, wird der Kreisvorstand die Vereine erneut einladen.