Kreisstrukturreform – Was kommt jetzt?
Mit großer Mehrheit, gegen die Stimmen aus Arnsberg, Tecklenburg und Herne, hat die Ständige Konferenz am vergangenen Samstag die Kreisstrukturreform endgültig auf den Weg gebracht. Neben vielen anderen Kreises betrifft dies auch den Kreis Herne.
Lange, vielleicht zu lange, hatten die Verantwortlichen des Kreises, auch aufgrund von ablehnenden Äußerungen aus ebenfalls betroffenen Kreisen, darauf gebaut, die Reform noch verhindern zu können. Doch nun ist es doch so weit gekommen, dass auch der Kreis Herne von der Kreisstrukturreform betroffen ist.
Als Grundlage für die geplante Reform wurde die Anzahl der auf Kreisebene spielenden Mannschaften genommen. Ein Kreis sollte mindestens 96 Teams in einer Kreisliga A, zwei Kreisligen B und drei Kreisligen C, je 16 Mannschaften im Spielbetrieb sein. Die letzte Saison, in der es im Kreis Herne drei Kreisligen C gab, war in der Saison 2016/17. Während vor 10 Jahren noch die Kreisligen A und B mit je 16 Mannschaften besetzt waren, verteilten sich nur noch 38 Teams auf die drei Kreisligen C. Die Konsequenz war die Verringerung auf nur noch zwei Kreisligen C. Ein Blick auf die letzten Spielzeiten zeigt, dass weder die Kreisliga A noch die Kreisligen B noch mit der vollen Anzahl an Mannschaften in die Saison ging. Seit vielen Jahren konnte die Kreisliga A in der Saison 2026/27 endlich mal wieder mit 16 Teams starten. Trotz eines vermehrten Aufstiegs aus der Kreisliga C, konnten die Kreisligen B nicht auf je 16 Mannschaften gebracht werden. Deshalb wird die Kreisliga B in der Saison 2027/28 auf nur noch eine Kreisliga B reduziert. Dies war vielleicht im Hinblick auf die nun kommende Kreisstrukturreform, ein guter Schachzug.
Entwicklung der im Kreis spielenden Mannschaften
| Saison | Kreisliga A | Kreisligen B | Kreisligen C | Gesamt |
| 2016/17 | 16 | 32 | 38 | 86 |
| 2017/18 | 16 | 32 | 32 | 80 |
| 2025/26 | 15 | 31 | 29 | 75 |
| 2026/27 | 16 | 27 | 30 | 73 |
In dieser Tabelle ist die Anzahl der Mannschaften genannt, die zu Saisonbeginn an den Start gingen. In allen genannten Spielzeiten war mal mehr, mal weniger Rückzüge von Teams zu verzeichnen. Zwischen der Saison 2026/17 und der Saison 2026/27 haben wir auf Kreisebene 15,12% an Mannschaften verloren.
Die Vereine bemängelten dabei zu Recht, dass in Hinblick, wie es mit dem Kreis Herne weitergeht, eine mangelnde Kommunikation und fehlende Information. Diesen Schuh muss sich der Kreisvorstand sicherlich anziehen. Doch aus der Informationsveranstaltung, seinerzeit in Frohlinde, hatten wir mitgenommen, dass sich der Kreisvorstand für den Erhalt des Kreises Herne in der jetzigen Form einsetzen sollte. Dies ist am Ende gescheitert.
Ein Teilnehmer der Ständigen Konferenz brachte es auf den Punkt und auch in einigen Äußerungen von Vereinsvertretern in der Presse gingen in dieselbe Richtung, wichtig ist, dass die Vereine weiterhin um ihren Kirchturm herum, spielen können. Die Ortsderbys sind doch das Salz in der Suppe im Amateurfußball. Diese Derbys ziehen doch immer viele Zuschauer an.
Nach der Ständigen Konferenz hatte das Präsidium, in Person des Präsidenten, ein Schreiben an die Vereine versandt, in dem genau dies zugesagt wurde.
Die Reform, die ja erst 2029, mit Ablauf der laufenden Amtsperiode der gewählten Kreisvorstände erfolgen soll, lässt den Kreisen und auch dem Kreis Herne noch Zeit, um die Dinge im Sinne der Vereine zu regeln.
Aus diesem Grund hat der Kreisvorstand in seiner letzten Sitzung beschlossen, die Vereine am 6. Oktober 2026 zu einer Tagung einzuladen, auf der man gemeinsam das weitere Vorgehen besprechen will. Dabei möchten wir auch den Jugendbereich mit einbeziehen, da dieser in den Planungen des Verbandes so gut wie außen vorgelassen wurde.
Am 6. Oktober 2026, Beginn 19:00 Uhr, treffen sich die Vereine im Restaurant Zille, Wilhelm-Pohlmann-Platz 1, 44623 Herne, direkt am Kulturzentrum Herne.